[ Wahlkampf ]
by Sandro Feuillet
@ 22.11.2005 12:10 CET

Gestern Montag haben wir auf der Pestalozziwiese hundert Kerzen für die Strassenverkehrsopfer der Stadt Zürich angezündet und dabei Passanten über die grosse Zahl der Opfer informiert. Wie in
der entsprechenden Medienmitteilung zu lesen ist, lobhudelt sich der Stadtrat derzeit mit seiner Verkehrspolitik. Dass in Zürich 100 Menschen jährlich wegen direkten Folgen des Strassenverkehrs zu Tode kommen wird dabei getrost ignoriert.
Am Samstag war ich mit Bastien vor dem Migros am Lindenplatz Flyern für
die Gentechabstimmung. Es war interessant zu spüren wie die Bevölkerung
auf die Abstimmung eingestellt ist. Grundsätzlich ist der
Samstagseinkäufer und die Samstagseinkäuferin nicht grad besonders
politisch eingestellt, das war leicht festzustellen. Eigentlich möchten
alle in Ruhe dem Konsum fröhnen. Doch wenn man auf die Konsumenten
zugeht und sie mit "Gentechnik, Abstimmung nicht vergessen" abholt,
wird plötzlich Interesse sichtbar. Viele haben bereits brieflich
abgestimmt. Das wird einem auch grad mitgeteilt. Meistens zustimmend,
zur Initiative natürlich, also zur "Sicherheitspause" vor dem grossen
Gentecheinsatz. Einige, wenige stehen der Initiative auch ablehnend
gegenüber, meinen Beobachtungen nache eher so der gesetzte
Akademikertyp (subjektiv). Doch die meisten Leute stimmen der Initative
zu und stehen der Gentechnik sehr skeptisch, abwartend oder sogar
ablehnend gegenüber. Die SchweizerInnen mögens natürlich und
unverändert, nicht manipuliert und angepasst.
Zum Thema war übrigens am Samstag ein interessanter und ausgesprochen ausgewogener Artikel im Magazin (leider nicht online).
Empfehlenswert ist, auch zum Thema, übrigens dieser Telepolis Artikel von Wolf-Dieter Roth:
Marken-Gene: Fortpflanzung als Urheberrechtsbruch und Patente auf Leben
US-amerikanische Unternehmen patentieren bislang frei verfügbare Pflanzen und wollen deren traditionellen Anbau verbieten:
Seit 1997 erhalten Firmen, insbesondere aus den USA, erstmals Patente
auf Leben und schaffen einen in der Geschichte des geistigen Eigentums
einmaligen Präzedenzfall. So knackten Großkonzerne den genetischen Code
der gelben Bohne aus Mexiko, des südostasiatischen Basmatireises oder
auch der peruanischen Maca-Pflanze. Die Pflanzen wurden de facto zum
Eigentum der Multis. Diese Praxis zerstört die traditionellen
lateinamerikanischen oder asiatischen Märkte und zwingt die
Kleinbauern, für den Verkauf ihrer Produkte im Ausland Lizenzgebühren
zu entrichten.
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